FOTOGRAFIEN AUS VIER JAHRZEHNTEN

Spiel mit Licht und Schatten
Demonstration in London und Baumrinde in Großaufnahme - Heute meist Digitalfotos
Fotografenmeister Frank Luwe aus Blaubeuren stellte am Wochenende im Babette-Gundlach-Haus der AWO "Fotografien aus vier Jahrzehnten" aus. Eine Welt mit internationalem Flair tat sich da für die Besucher auf.
MARGOT AUTENRIETH-KRONENTHALER
BLAUBEUREN: Zu etlichen Bildern konnte Frank Luwe während der Ausstellung spannende Geschichten erzählen. So etwa zum Foto einer Demonstration gegen den Vietnamkrieg in den 60-er Jahren aus London. Da marschierten Joan Baez und Donavan Seite an Seite mit populären Liedermachern der Zeit den tausenden Demonstranten voran. Frank Luwe wirft den Blick auch auf Menschen am Rande dieser Demonstration. So auf müde Einkäufer, die dem politischen Geschehen eher teilnahmslos zusehen oder auf einen kritisch blickenden Londoner Bobby. In Moskau wohnte er zufällig einer Uraufführung eines Cellokonzerts bei. Der Neffe des berühmten Komponisten Tschaikowski spielte und Frank Luwe war am richtigen Ort zur richtigen Zeit.
Geschäftsreisen und private Reisen führten den 59-Jährigen durch viele Länder. Die Kamera war sein Begleiter. Ob in Frankreich, Russland, Amerika oder Schottland, immer gab es Motive, die sich lohnten mit der Linse festgehalten zu werden.
Starke Bilder gelangen ihm immer wieder mit Schwarz-Weiß-Aufnahmen. "Für was brauchen Sie eigentlich Farbe?", fragte ihn eine Besucherin. Luwe spielt mit Licht und Schatten, Unschärfen oder grafischen Elementen. Aufgereihte Bierseidel mit Lichtspielen ergeben einen ganz eigenen Eindruck des Oktoberfestes.
Bei einem Galopprennen hat der Fotograf die Schnelligkeit mittels damals noch umstrittenen Unschärfen eingefangen. Ganz ohne Computer bearbeitete Frank Luwe schon vor Jahrzehnten die Bilder fotografisch-chemisch und erzielte damit interessante Effekte, etwa bei Aufnahmen von liegenden Baumstämmen.
Grafische Elemente aus der Landschaft rückt der Fotograf gekonnt in den Mittelpunkt. Etwa die Rinde eines Baumes in Großaufnahme, einen gepflügten Acker auf der Alb oder auch aufgeschichtetes Holz.
Luwe entdeckte seine Liebe zur Fotografie schon in der Schule in einer Foto-AG. "Da bin ich richtig aufgeblüht und wurde dadurch ein guter Schüler", erinnert er sich. Nach der Schule machte er eine Lehre, arbeitete in der Industrie, besuchte die Meisterschule und war fototechnischer Berater in der Fotoindustrie.
Fast 20 Jahre lang führte er in Blaubeuren ein Fotogeschäft. Heute bezeichnet er die Digitalfotografie als seinen Schwerpunkt. Sie setzt er als Fotograf der Sommerbühne am Blautopf ein. Auf der Homepage der Sommerbühne sind viele Fotografien von Frank Luwe zu sehen.
Erscheinungsdatum:  10.02.2006, Copyright Das Blaumännle